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“Zwei Millionen Onlinesüchtige leben in Deutschland” (www.onlinesucht.de)

Auf in die Onlinewelt
Zwei Millionen Menschen verbringen über 35 Stunden ihrer Woche im Internet. Größtenteils auf der Suche nach Online Sexabenteur oder auf dem Weg zur besten “Elfe” des Servers.
Eine ernste Sache, denn dies sind alles Menschen die ihr reales Leben gegen eine virtuelle Alternative eintauschen. Doch wo fängt das alles an?
Man erwischt sich ja selbst ab und an beim sinnlosen hin und her klicken, YouTube Videos ansehen, Webshops durchwühlen und permanent im ICQ online sein, um ja nichts zu verpassen. Doch einige Mitmenschen gehen dann noch einen Schritt weiter. Sie opfern ihre Persönlichkeit für eine “schönere Variante ihrer selbst”. Es wird uns ja auch einfach gemacht, knuddels.de, second life, imvu, wow,… all diese Portale bieten uns die Möglichkeit mit wenigen Mausklicks all unsere kleinen Fehler und Macken auszubügeln und als perfektes virtuelles Wesen für alle anderen sichtbar durch das WWW zu wandern. Augenscheinlich schmücken sie sich damit all dies auch noch ohne großen Eigennutzen zu machen, nämlich kostenlos. Ein völliger Neuanfang und das ohne Kosten und Schwierigkeiten. Doch wenn man etwas genauer hinsieht merkt man sofort, dass sie doch nicht ganz so wohltäterisch sind wie sie gern scheinen mögen. Sie kosten uns unser wertvollstes, unsere Zeit. Unsere Lebenszeit.
Viele geben ihre realen Freunde, Güter und Werte auf um in der Onlinewelt nicht der kleine zahnbespanngte, übergewichtige Junge zu sein, sondern der mit Muskeln übersähte, berüchtigte und gefürchtete Held des Servers. Hier frage ich mich dann doch woher kommt das? Was treibt jemanden dazu sein Leben beschränkt auf zwei Quadratmeter zu führen und auf das Tippen und Klicken zu beschränken. Es ist belegt, dass die Menschen reale Verbindungen zu ihren Onlinefreunden aufbauen, sie sogar vor ihre realen Freunde stellen. Auch das vor allem der männliche Teil unserer Bevölkerung einen enormen Kick beim Online Sex bekommt. Sei es durch das aus anonyme Ausleben aller Fantasien oder durch die unbegrenzten Möglichkeiten, wenn denn dann aus dem 63 jährigen Holger die kleine unschuldige Clarissa wird, welche mit ihrer unschuldigen Art allen Herren den Kopf verdreht.
Ich denke das Hauptproblem hierbei ist die Intensität der realen Kontakte und die hohe Akzeptanz unserer Gesellschaft. Es juckt doch heute keinen mehr wenn der Streber aus der ersten Reihe nicht auf den angesagten Partys zu gegen ist. Keiner bemerkt wenn er nur allein auf seinem Platz sitzt und die neusten Raidinstanzen auswendig lernt, um dann sobald er wieder in seiner Welt ist, vor seinen “Freunden” zu brillieren. Warum jedoch sind diese Freunde nur dort zu Gange? Wo sind all die Menschen um ihn herum? Wo sind all jene, die ihn jeden Tag treffen?
Weit weg.
Denn er bedient das Klischee des Nerd und wer will schon mit dieser gesellschaftlich geächteten Gruppierung gesehen werden? Wer will schon zu den Freaks zählen? – Keiner –
Jedem ist es viel wichtiger das “angesagte” Image zu wahren, den Vorurteilen seiner Mitmenschen und “Freunde” gerecht zu werden um ja ihre “Achtung” zu erhalten und den falschen Freundschaften zu brillieren. Jetzt frage ich mich jedoch wer von den beiden hat keine Freunde? Der, der sich auf Grund seiner vermeidlichen Freunde davon abbringen lässt das zu tun was er für richtig hält, oder der der sich aufopfert um wenigstens etwas Beachtung zu bekommen?
ANHANG: Es gibt natürlich Ausnahmen, so schaffen es einige den Bogen zwischen Onlineleben und Realität zu bekommen. Und auch gibt es Menschen, die ihren bestehenden Freundeskreis online “erweitern” um über spezielle Interessen zu reden und angemessene Partner zum diskutieren zu finden. Jedoch sind dies leider meistens nur Einzelfälle.