Einsortiert unter: Society wake up! | Tags: Freundschaft, Geborgenheit, Gesellschaft, Glück, Leben, Liebe, menschlich, Partnerschaft, Sinn, Zuversicht, Zweisamkeit
Erst einmal möchte ich hiermit meinen eigenen Haufen Bytes in den Weiten des Internets wieder revitalisieren. Mir mein gedankliches Schlachtfeld wieder eröffnen und den modernen Kriegern in Form von Ideen und Gedanken die Bahn ebenen, ihren aussichtslosen Kampf anzutreten – den Kampf gegen den Wahnsinn der Gesellschaft.
Anregung dazu ist ein gemeinschaftlicher Abend, welcher sich vom ursprünglichen Ziels des “total Abschusses” zu einer gepflegten Debatte über den Zweck des menschlichen Seins und seiner Maroditäten wandelte. Junge Geister haben unter dem Einfluss von stilvollem Jazz, schwerem Whiskey und dynamischer Geselligkeit die kontroversesten Ansichten.
Vor allem die Diskussion um das Thema Nummer eins von jungen Damen und Herren – den vermeidliche CoErzeuger ihrer Nachkommen – blieb doch an mir haften.
Meine Gäste , stimuliert durch diverse photografische Impression, begannen über Vorlieben und Wünsche ihren zukünftigen Partner betreffend zu philosophieren. Von wohlgeformten Waden bis hin zu markanten Augen wurde das Gespräch auf einer Ebene geführt, welche jegliche optische Vorlieben zu Tage brachte. Man unterhielt sich anerkennend über potentielle Manifestationen dieser Vorlieben. Diese Situation ist wohl nicht nur unter Männern so schon tausende Male zu abendlicher Stunde in globalen Wohnzimmern geführt worden.
Was nun aber prägend war, war der Umschwung auf die inneren Werte, sowie die Moralvorstellungen, welche jeder der Anwesenden von Kind an impliziert bekam. Hier traten eindeutige stärkere Barrikaden in der Argumentation auf. Und dies ist genau der Punkt, der mich so nachdenklich stimmt. Ist es nicht eigentlich hier viel wichtiger gegenseitige Anerkennung zu zeigen und Toleranz zu üben? Nicht, dass jemand auf die Idee kommt, unsere lustre Runde hätte sich hier verstimmt oder sich gar der Freundschaft entsagt, viel mehr war es ein Randbemerkung, doch blieb sie hängen.
In meinen Augen ist es doch nicht nur die Summe der Moleküle, welche den Menschen zum Menschen macht. Ein Mensch ist mehr als seine bloße physische Hülle, egal wie man dieses Etwas nun bezeichnen möchte. Warum sollte dann dieser Aspekt so stark vernachlässigt werden? All die publizistischen Artikel, welche immer wieder die Verantwortungslosigkeit meist junger Eltern gegenüber ihren Nachkommen anprangern, wirft diese Betrachtung in ein ganz anderes Licht. So scheitern wohl all jene Zusammenkünfte, welche ihre Basis an der Oberfläche begründen, da das “Mehr” im Menschen doch nach anderem verlangte. Einfach weil das Etwas dann doch nicht dazu in der Lage war mit dem unserem gleich zuschwingen…
Aber nach was verlangen wir denn nun? Wohin strebt der Mensch der glückselig werden will, indem er sich jemandem Hingibt, Liebe erfährt und Vertrauen schenkt? Diese Fragestellung stellt meinen Blinkwinkel auf zwischenmenschliche Beziehungen an ein ganz andere Stelle. Ist es wirklich der Partner, von uns glorreich als “der bzw. die Freund_in” hervorgehoben, welcher uns alle Bedürfnisse erfüllt oder haben wir letztendlich doch eine Beziehung mit unserem ganzen Umfeld? Ich glaube letzteres trifft am ehesten zu, was wäre der Alltag ohne den nervenden Nachbarn, welchem man am liebsten den verhassten Hund zum Frühstück servieren würde oder ohne den Kollegen, welchen man jeden Tag um sich hat und fest in den Tagesritus integriert hat.
Oftmals wird jedoch dieses Feld als Selbstverständlich angesehen, natürlich bringt der Kollege ein Kaffe mit und der Nachbar bekommt letztendlich doch das abgegebene Paket unbeschadet ausgehändigt. Seinem “Partner” jedoch schenkt man die volle Anstrengung und den gesamten Fokus der Aufmerksamkeit. Man sammelt das letzte Geld für ein gemeinsames Dinner oder verschiebt all die selbstverständlichen Lebensgenossen, um doch noch unbedingt zur Probe der Generalprobe des Auftritts seines “Auserwählten” zu kommen.
Ich denke unser Umfeld, welches letztendlich in seiner kompletten Gesamtheit, also mit allen geliebten und verhassten Beteiligten, ist es, welches uns dazu bringen kann glücklich zu werden.
Jedoch bleibt da die Frage offen, ob man hier wirklich effektiv eingreifen kann, ob man wirklich “des Glückes eigener Schmied” sein kann oder doch wieder nur ein Sklave der Gesellschaft und all ihrer subtilen Ausbildungen ist. Kann man denn überhaupt wirklich glücklich werden, im hier und jetzt?
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