™at the mercy of progression«


Sklaven der Zeit[verschwendung]
3. April 2009, 10:12
Einsortiert unter: Bildung|Schule|Lernen, Society wake up!

Man kann die Uhr nicht zurück drehen oder gar die Zeit anhalten. Solche “Weisheiten” bekommt man immer wieder zu hören. Ich frage mich jedoch ernsthaft, warum wir mit unserer eigentlich so wertvollen Zeit (man denke nur an den Ausspruch “Zeit ist Geld” so verschwenderisch umgehen in Zeiten von Wirtschaftskrise und allgemeiner Depression.

Es beginnt im Jugendalter, Kinder verschwenden ihre Zeit mit eintönigen, nicht fördernden, sogar manchmal kontraproduktiven Inhalten aus der modernen Medienwelt. Viele Eltern regeln die Inhalte, welche Kinder z.B. im Fernsehen konsumieren nur gering oder oftmals sogar gar nicht. Als Verteidigung hört man dann nur Sätze wie: “Ja, aber so ist er wenigstens ruhig” oder “Ach sie mag das doch so sehr”. In meinen Augen ist dies ein eindeutiges Versagen der Erzieher.

Viel stärker jedoch verschwendet die Generation der Heranwachsenden, ‘jung’ Erwachsen und Jugendlichen ihre Zeit. Wieviel Stunden werden damit verbracht, ziellos durch das Internet zu schweifen. Man erwischt sich selbst häufig dabei, einfach ohne wirkliches Interesse oder gar mit einem Bedarf auf Ebay, Youtube und Myspace herum zuklicken und sich “sozial zu entwickeln”. Sich selbst “up to date” setzen um ja “in time” zu sein, dem modernen Strom folgen. Einem Strom der Uneffektivität.

Wenn all diese verschenkte Zeit sinnvoll und produktiv genutzt werden würde, müsste sich der Staat nicht mehr mit “Abwrackprämie”, Bildungsreformen oder Finanzierungsmodellen herum schlagen. Die Rate der Studienabbrecher, die Personen ohne Abitur, die Schulabgänger mit zu geringer Qualifikation würde entfallen. Denn wer sich selbst beschäftigt und dies auf sinnvolle Art und Weise der entwickelt sich permanent ob er möchte oder nicht weiter. Er lernt.


4 Kommentare bis jetzt
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Ist schon richtig, aber du vergisst, dass der Mensch sich gerne berieseln lässt. Zumindest, wenn ihm das als Kind nicht schon anders beigebracht wurde.

Kommentar von genova68

ja natürlich lässt sich der mensch gern berieseln, doch genau das ist es doch was dazu führt, dass es wir manchmal abends im bett liegen und denken: “man, ich wollte doch noch so viel erledigen”. ich denke, wenn man seinen arbeitsalltag struckturierter an geht, würde man selbst und wenn alle anderen mitziehen, die ganze gesellschaft zu wesentlich mehr dingen kommen.

der blogeintrag ist im übrigen entstanden, da ich das gefühl hatte, das ich im zeitpunkt vor dem schreiben, wieder einmal enorm viel zeit vergeude. wir sitzen jetzt seit geschlagenen 5wochen an einem englisch projekt welches schon lange mit 15punkten abgesegnet wurde -aber da noch nicht alle fertig sind, sollen wir es doch nochmal “überarbeiten”. vllt meinen die einen,dass das schreiben selbst auch nur verlust gewesen ist, jedoch sehe ich eher den punkt, dass es einen befreit und man produktiv sachen hinterlässt. ich habe immer die motivatin, dass ich wenigstens einen eventuell erreiche und dieser beginnt nach zu denken.

ach und herzlich willkommen genova68 auf meinem bloq ^^

so long

Kommentar von |.dare to be|

@ dare to …

Ich kann dir nur zustimmen, allerdings setzt du gerade deine Maßstäbe bei anderen an ;) Es ist doch so viel einfacher, sein Abi mit einem 3,.. Durchschnitt zu bestehen, “surfen” als Hobby zu haben und sich über Beziehungskonstellationen im Freundeskreis Gedanken zu machen.
Heute, JRK Landesausschuss – du kannst an beiden Händen abzählen, wie viele Vertreter da waren. Warum auch? Was bringt Engagement schon?

PS: Auch ich ertappe mich immer öfter beim geistigen Spazierengehen ^^ Nichtstun ist ab und an auch ganz schön ;)

Kommentar von schwindelfrei

Dass man Zeit vergeuden kann, ist eine ziemlich moderne Ansicht. Ich glaube, im Mittelalter hat man in dieser Dimension nicht gedacht. Es ist diese Diskrepanz zwischen Zeit haben, Zeit nutzen, Zeit vergeuden etc. Es geht immer um Zeit, die man im Blick hat. Das birgt das Unzufriedene, das Gehetzte in sich. Vielleicht sollte man die Zeit nicht beachten und sich mehr auf das konzentrieren, was man macht. Die ganze Gesellschaft ist gehetzt, auch in der Freizeit (alleine das Wort :-)

Kommentar von genova68




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