™at the mercy of progression«


Vom Zwischen zwischen den Menschen
1. Februar 2009, 22:39
Gespeichert unter: Gott und die Welt, Society wake up! | Schlagworte: , , , , , , ,

Man fängt an zu urteilen, sobald man jemanden sieht. „Wow der muss Geld haben.“ „Oh so ein Assi, so früh schon ein Bier“ „Oh nein ein Hopper, man muss der doof sein“ Alles Gedanken die einem beim bewussten Gang durch die Großstadt durch den Kopf treten. Sofort baut man ein Verhältnis zu der grade „beschauten“ Person auf, man gibt sich selbst anders. Man geht auf einmal aufrechter, wenn der reiche Schnösel von um der Ecke vorbei kommt, man versucht möglichst „cool“ zu wirken, wenn die HipHoper an einem vorbeiziehen, um ja nicht als Opfer dazu stehen.

Jedoch sind dies alles nur flüchtige Momente und Gedanken, temporäre Auswüchse unseres Egos.

Ich möchte mich hier über die längeren Beziehungen auslassen. Jeder Mensch besitzt sie, jeder hat sich eine gewisse Menge an Freunden erarbeitet. Erarbeitet denke ich ist hier das richtige Verb. Eine Freundschaft besteht nicht einfach von jetzt auf gleich, sie muss sich bewähren, sich beweisen, um wirklich als Freundschaft verstanden zu werden. Zwar besitzt man in Zeiten des Social Networkings tausende „Freunde“, doch sind sie nicht einmal halb soviel wert wie der gute alte, vielleicht nicht ganz so markellose ,ärmere, langweilige, pummlige beste Freund um die Ecke. Für viele ist es ein bestehender Teil ihres Lebens geworden, möglichst 20k aufwärts an virtuellen Freunden zu haben. Von sich sagen zu können, sein Profil möglichst so gestaltet zu haben, das möglichst viele hoffen, dass man besser ist als sie, denn nur dann wird auch eine Freundeanfrage gesendet, nur dann kann man sich mit der virtuellen Freundschaft schmücken, nur dann ist es ein Gewinn.

Jedoch wo führt das hin? Der Begriff der „wahren Freundschaft“ ist lange verfallen. Freunde, ein leerer Begriff in der Zeit der modernen Vernetzung. Alle Floskeln wie „Hab dich lieb“, „Freunde sein?“,… haben unter dem enormen Werteverfall gelitten, sie sind nur noch leere Floskeln wie: „Wie geht es dir?“ „Gut..“, Standards, die sich in der virtuellen Welt etabliert und in die realen Gefilde ausgebreitet haben.

Wird unsere Gesellschaft immer unfähiger sich zu anzuvertrauen? Ein Teil von sich offen zu legen? Viele Menschen achten die Freundschaft auf Grund der vielfältigen Population ihrer gar nicht mehr, als das was es eigentlich war. Die klassischen Konstellationen, der Freunde die alles mit einander unternehmen, alles miteinander machen, stirbt langsam aber sicher aus. Man wird indirekt zum Einzelkämpfer gezüchtet. Der Trend geht doch dahin, dass man sich anonym irgendwem im Internet anvertraut, als seinen „Vertrauten“ in der Nachbarschaft. Das keiner mehr wirklich einen Einblick bekommt wie man selbst wirklich ticket, was man achtet und schätzt, wie man fühlt.

Ich denke jeder kann sich sehr sehr glücklich schätzen, „wahre Freunde“ zu besitzen, die die man auch anfassen kann, die die einem auch mal in den Hintern treten können, wenn man von der Bahn abkommt, die ,die wissen wenn man gefallen ist und mit allen Mittel dafür sorgen, dass man wieder weiter geht. Die ,die einen vor sich selbst stellen und darauf bedacht sind, einem den Rücken zu stärken und den Weg zu ebenen, die ,die auch in hässlichen Zeiten das Innerste sehen und dieses schätzen.

Hier möchte ich enden, mit dem Spruch:

 “Freundschaft ist nicht nur ein köstliches Geschenk, sondern auch eine dauerhafte Aufgabe!“ [Ernst Zacharias]

 



5 Kommentare bis jetzt
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Von vorn bis hinten – Ich kann dir nur zustimmen.

Vlr hast du es schon gelesen:

http://schwindelfrei.wordpress.com/2008/02/02/die-fabelhafte-welt-der-4/

Was ist schon wahre Freundschaft? Ich kann dem fast nicht mehr hinzufügen. Warum sollte man sich auch für jemanden interessieren, wenn der eigene Egoismus größer ist?

„Mein egoistisches Denken lässt keinen Platz für das Leidwesen anderer Menschen zu, letztendlich kümmert sich ja auch keiner um mein Seelenheil, weil mein Liebster mir fremdgegangen ist.“

Die wenigsten wollen sich die Mühe machen, jemanden kennenzulernen und dabei vlt mehr als die saubere Fassade zu entdecken. Es ist zu anstrengend, sich unter all den virtuellen oder realen Möchtegernfreunden einen auszusuchen, dem man Aufmerksamkeit und Zeit schenken möchte, um ihn zu entdecken. Vlt hat man ja Pech und wird enttäuscht?
Der Wert einer Freundschaft sinkt. Wir werden ausgebildet, unser bestes zu geben. Die Besten in der Gesellschaft zu sein, die Ellenbogen auszufahren. Da bleibt kein Platz für Mitgefühl. Die Fähigkeit der zwischenmenschlichen Kommunikation geht verloren. Die virtuelle Welt lässt uns verlernen, wie man mit Menschen umgeht. Wie sollen da noch Freundschaften entstehen können?

Kommentar von schwindelfrei

Ich glaube nicht das es an der Muße liegt, das die Menschen sich nicht kennenlernen wollen, vielmehr denke ich, dass die fehlende Tiefsinnigkeit durch die Aussichtslosigkeit entsteht. Man wird doch niemals einen Menschen wirklich kennen, dazu sind wir doch viel zu wandelbar – wir verändern uns doch tagtäglich ein Stück, ein Stück vom alten Selbst stirbt, für einen neuen Zweig in dem Baum des Ichs.
Und es ist schier unmöglich Kriterien aufzustellen, welche eine effektive und vor allem richtige Auswahl ermöglichen. So besitzt man immer das Restrisiko, doch den falschen vor sich zu haben, den der einem dann doch in den Rücken fällt.
Ich denke dies ist der Grund, der am meisten zu Tage kommt und am stärksten wirkt. Natürlich wird der gefühlslose, „unverwundbare“ Einzelkämpfer von der selbstorientierten Gesellschaft gefördert, dennoch denke ich, dass das Streben nach Zuneigung bzw. Freundschaft doch noch größer ist als der Einfluss des Umfeldes.

Kommentar von |.dare to be|

Ersteinmal: Ja, wir werden nie die Chance haben, jemanden bis in das Tiefste seiner selbst kennen zu lernen, einfach weil wir nicht in der Lage sind, uns selbst zu kennen. Wie kann man dann die Anmaßung besitzen, zu meinen, andere zu kennen?

Dann: Veränderung ist das, was uns voranbringt. Es ist das gute, dass die Menschen um uns herum im Wandeln sind, denn nur so sind wir in der Lage, dass was uns aus macht, zu Tage zu bringen. Wir wüssten weit weniger genau, wer wir sind, wenn wir nicht ständig herausgefordert werden würden. Ich denke, es ist das wohl interessanteste, einen Menschen zu puzzeln. Zu sehen, wie mühsam und doch erfolgreich man Schritt für Schritt mehr entdeckt, manchmal auch Sachen, die einem verwundern. Von daher finde ich es gar nicht so schlecht, dass wir nicht immmer nur das bekommen, was wir erwarten und unser Schubladensystem in diesem Fall versagt. Manchmal sollten wir viel mehr uns vertrauen, als das, was wir gelehrt bekommen. Die besten Freunde sind meistens die, die man zufällig trifft, und sich nicht aussucht.

Mal nebenbei – wenn wir schon solche Schwierigkeiten haben, Freundschaften zu schließen, ist es nicht verwunderlich, warum so viele Beziehungen und Ehen in die Brüche gehen.

Kommentar von schwindelfrei

hmm im obersten absatz stimme ich dir völlig zu… ohne wenn und aber
jedoch im zweiten abschnitt sehe ich einige Reibungspunkte.
Natürlich ist Veränderung das, was uns vorranbringt, aber dadurch das wir nicht stagnieren wird es ja unmöglich einen Zustand völlig zu definieren. Es ist wie die Zeit, man kann nie wirklich genau sagen wie sie ist. So ist es in meinen Augen auch beim Menschen, wir verändern uns durch jeden kleinen Eindruck unserer Umwelt sofort. Ich finde nicht, dass die verschiedenen Schichten des Menschen nur aus dem Verändern resultieren, sie sind doch ansich schon alle vorhanden und warten nur darauf entdeckt und erforscht zu werden.
Ich stimme dir auch völlig überein, dass das Schubladen denken zum Versagen geboren ist, es auch sehr sehr schade wäre, wenn dies nicht der Fall ist. Jedoch glaube ich, dass die Grundintention deines Kommentars sich nicht ganz mit meinen Gedanken deckt, ich gehe ja davon aus, dass das was wir vorgefunden haben nur temporär ist, dass es zu schnell wieder verfällt. Da es ja auch nur die Deckschicht bildet und nicht davon, dass die Veränderung diese Schichten allein prägen. Was ich auf keinen Fall als falsch darstellen möchte, jedoch anmerken muss, dass es nicht ganz meiner Idee entspricht.

=]

Kommentar von |.dare to be|

Politiker =)

(spontaner Einfall)

Ach Mr H.W.L. – man sollte sich mal wieder treffen, um die reale Freundschaft zu manifestieren ^^

Kommentar von schwindelfrei




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